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Eine zweite KI prüft die erste

Worum es geht

Wer einen Text selbst geschrieben hat, liest Fehler darin leicht über. Bei KI ist es ähnlich: Dieselbe KI, die den Entwurf geschrieben hat, findet ihre Schwächen schlechter als ein frischer Blick. Darum lässt du eine zweite KI gegenlesen, zum Beispiel ChatGPT, wenn Claude geschrieben hat. Die Entscheidung bleibt bei dir.

Aussagen zu Trefferquoten machen wir nicht. Die zweite KI ist eine Zweitmeinung, kein Beweis.

Der Ablauf in drei Schritten

  1. Schreiben. Claude erstellt den Entwurf, zum Beispiel eine Offerte oder Mail.
  2. Prüfen. Du kopierst Entwurf und Ausgangsangaben in eine zweite KI, mit dem Prompt unten.
  3. Entscheiden. Du gehst die Liste durch und übernimmst oder verwirfst jeden Punkt.

Der Prüf-Prompt (Beispiel)

Du prüfst den folgenden Entwurf. Unten stehen zuerst die Ausgangsangaben, dann der Entwurf.

Suche Fehler bei Beträgen, Daten, Namen und Widersprüchen zwischen Entwurf und Ausgangsangaben. Ändere nichts am Text. Liste nur.

Format pro Fund:
- Stelle im Entwurf (wörtlich zitiert)
- Was nicht stimmt
- Woran du es erkennst

Wenn du nichts findest, schreib «nichts gefunden». Erfinde keine Fehler.

AUSGANGSANGABEN:
[...]

ENTWURF:
[...]

Der Satz «Erfinde keine Fehler» ist wichtig. Sonst liefert die zweite KI zur Sicherheit etwas, nur um etwas zu liefern.

Worauf die zweite KI achtet, worauf nicht

Gut: Rechenfehler, vertauschte Namen oder Daten, Widersprüche zwischen zwei Stellen, vergessene Punkte aus den Ausgangsangaben, unklare Sätze.

Schlecht: Fachwissen deines Gebiets, aktuelle Preise, interne Absprachen, die sie nicht kennt. Das bleibt bei dir.

Entscheidungsregel

  • Übernehmen, wenn die zweite KI einen Widerspruch zu deinen Ausgangsangaben belegt. Du prüfst die Stelle selbst und siehst es.
  • Verwerfen, wenn der Fund auf einer Annahme beruht, die du besser weisst, oder wenn er sich nur auf Stil bezieht und dir der Stil gefällt.
  • Nachprüfen, wenn du es nicht beurteilen kannst. Dann nicht raten, sondern die Stelle im Original nachsehen.

Gibt die zweite KI zehn Funde, sind meist wenige davon echt. Das ist normal. Die Mühe lohnt sich bei den Funden zu Zahlen und Daten.

Abgrenzung

  • Halluzination: Eine KI kann Dinge behaupten, die nicht stimmen. Das ist der Grund, warum du nie ungeprüft weitergibst. Die zweite KI kann das ebenfalls tun, darum ihr Vorschlag nur mit Beleg im Original.
  • Prüfschleife: Dieselbe KI prüft gegen eine feste Checkliste, ohne zweite Stimme. Beides lässt sich kombinieren: erst die Schleife, dann die zweite KI.

Mehr davon, Schritt für Schritt: der Online-Kurs «Stell deine KI ein». Du arbeitest einen KI-Agenten ein wie einen neuen Mitarbeiter, zuerst mit deiner Freigabe. Wer auf der Warteliste steht, hört zuerst davon. Keine Verpflichtung.

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