Planer und Ausführer: das grosse Modell denkt, das kleine arbeitet
Worum es geht
Ein grosses KI-Modell denkt gründlich, braucht aber mehr vom Nutzungslimit und ist langsamer. Ein kleineres Modell ist schnell und günstiger, macht klare Fleissarbeit meist gut, braucht dafür eine eindeutige Vorgabe. Die Idee: Das grosse Modell plant und prüft, das kleine erledigt die Arbeit. So wie ein Dirigent nicht jedes Instrument selbst spielt, aber hört, wo es nicht stimmt.
Stand 8.10.2026. Modellnamen und Auswahl ändern sich laufend. Die Anleitung kommt deshalb ohne konkrete Namen aus.
Baustein 1: Der Planer-Prompt
Diesen Prompt gibst du dem grossen Modell. Er macht aus deiner Aufgabe einen Plan und eine kurze Arbeitsanweisung, die du dem kleinen Modell weitergibst.
Du bist der Planer. Du erledigst die Aufgabe nicht selbst, du bereitest sie für ein kleineres KI-Modell vor. Meine Aufgabe: [Aufgabe beschreiben, z. B. «20 Antworten auf Kundenanfragen entwerfen, Material liegt unten»] So gehst du vor: 1. Stell mir zuerst alle Fragen, die du für einen guten Plan brauchst, eine pro Nachricht, höchstens fünf. Beginne mit dem Plan erst, wenn ich «los» schreibe. 2. Schreib einen Plan in höchstens fünf Schritten. Markiere bei jedem Schritt, ob er sich für ein kleineres Modell eignet (klare, gleichartige Fleissarbeit) oder bei dir bleiben soll (Urteil, Heikles, Entscheidungen). 3. Schreib für die Fleissarbeit eine Arbeitsanweisung für das kleinere Modell, höchstens 15 Zeilen. Sie muss in sich vollständig sein: Ziel, Ton, Länge, Format, ein Beispiel für ein gutes Ergebnis, und die Regel «Fehlt eine Angabe, schreibe [FEHLT] statt zu raten». 4. Schreib eine Prüfliste mit fünf Punkten, die sich je mit Ja oder Nein beantworten lassen. Damit kontrollierst du später die Ergebnisse. Erfinde nichts. Was ich nicht gesagt habe, fragst du oder lässt du als [OFFEN] stehen.
Die Arbeitsanweisung kopierst du in einen neuen Chat mit dem kleineren Modell, zusammen mit dem Material. Die Prüfliste hebst du auf.
Baustein 2: Der Prüf-Prompt
Wenn das kleine Modell fertig ist, geht das Ergebnis zurück ans grosse. Neuer Prompt, am besten im ursprünglichen Chat mit dem Planer:
Du bist der Prüfer. Unten stehen die Arbeitsanweisung, die Prüfliste und die Ergebnisse des kleineren Modells. 1. Prüfe jedes Ergebnis Punkt für Punkt gegen die Prüfliste. Schreib pro Ergebnis «ok» oder «nicht ok» und bei «nicht ok» einen Satz, was nicht stimmt. 2. Vergleiche Zahlen, Namen und Daten mit dem Ausgangsmaterial. Melde jede Abweichung. Ändere nichts selbst. 3. Wenn mehrere Ergebnisse denselben Fehler haben, melde zusätzlich, was in der Arbeitsanweisung fehlte, und schlag eine verbesserte Fassung vor. 4. Gib mir am Ende eine Liste: was ist fertig, was muss nochmals gemacht werden. Erfinde keine Fehler. Wenn alles stimmt, schreib das. [Arbeitsanweisung, Prüfliste und Ergebnisse einfügen]
Der dritte Punkt ist der wertvollste. Wiederholt sich ein Fehler, liegt es meist an der Anweisung, nicht am kleinen Modell.
Wann es sich lohnt
- Viele gleichartige Stücke. 20 Mailentwürfe, 30 Produkttexte, eine Tabelle Zeile für Zeile bearbeiten. Hier spart das kleine Modell Limit und Zeit.
- Klare Vorgabe möglich. Du kannst beschreiben, wie ein gutes Ergebnis aussieht.
- Fehler sind teuer. Wenn etwas rausgeht, das stimmen muss, ist die zweite, prüfende Instanz Gold wert.
Wann nicht
- Bei einer einzelnen, kurzen Aufgabe. Eine Mail, ein Absatz, eine Frage: Der Aufwand für Plan, Weitergabe und Prüfung ist grösser als die Arbeit selbst. Nimm ein Modell und fertig.
- Wenn die Aufgabe Urteil braucht. Heikle Kundenmails, Entscheide, Abwägungen bleiben beim grossen Modell, und am Ende bei dir.
- Wenn du das Ziel selbst noch nicht kennst. Dann hilft zuerst die Anleitung «Der eine Satz, der jede KI-Antwort besser macht», nicht ein Zwei-Modelle-Aufbau.
So wechselst du das Modell
In der Claude-App wählst du das Modell im Chatfenster, meist über eine Auswahl beim Eingabefeld. Andere Werkzeuge haben eine ähnliche Auswahl in den Einstellungen oder beim Start. Bezeichnungen und Auswahl können je nach Abo abweichen, und nicht jedes Modell steht in jedem Abo zur Verfügung (Stand 8.10.2026). Schau in der Hilfe deines Werkzeugs nach.
Gut zu wissen: Grössere Modelle verbrauchen mehr von deinem Nutzungslimit, und über die Schnittstelle kosten sie mehr. Darum lohnt es sich, Fleissarbeit an ein kleineres zu geben.
So machen wir es
Bei uns plant und prüft das grosse Modell. Kleinere Modelle schreiben, recherchieren und bauen nach klarer Vorgabe. Die Qualitätskontrolle bleibt beim grossen. Und freigeben tut am Ende ein Mensch.
Wie weiter
Wenn du so einen Ablauf nicht nur kopieren, sondern Schritt für Schritt für deinen eigenen Betrieb aufbauen willst: Dafür entsteht der Online-Kurs «Stell deine KI ein». Er ist im Bau, die Warteliste findest du auf der Kursseite. Wenn du vorerst nur diese beiden Prompts brauchst, ist das auch in Ordnung.
Mehr davon, Schritt für Schritt: der Online-Kurs «Stell deine KI ein». Du arbeitest einen KI-Agenten ein wie einen neuen Mitarbeiter, zuerst mit deiner Freigabe. Wer auf der Warteliste steht, hört zuerst davon. Keine Verpflichtung.
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