Vertrauen im Team vor dem KI-Interview
Worum es geht
Wenn du dein Team von einer KI zu seinen Abläufen befragen lässt, hören viele zuerst: «Man will prüfen, wie schnell ich arbeite» oder «Man will meine Stelle ersetzen». Ob das Interview etwas taugt, entscheidet sich deshalb vor dem ersten Gespräch. Diese Seite ist die Vorbereitung dazu.
Die Checkliste
Geh die sechs Punkte durch. Ein Punkt, bei dem du nicht ehrlich «ja» sagen kannst, ist ein Grund, die Interviews nicht zu führen.
- Freiwillig. Kann jede Person ohne Begründung ablehnen, ohne dass nachgefasst wird?
- Transparent. Weiss das Team vorab, wozu die Gespräche dienen, welche Fragen kommen, wer die Antworten liest, wo sie gespeichert sind und wann sie gelöscht werden?
- Nicht zur Leistungsbewertung. Ist schriftlich zugesagt, dass Abläufe ausgewertet werden und nicht Personen? Kein Vergleich von Tempo, keine Auswertung nach Person, keine Verwendung in Mitarbeitergesprächen.
- Datenschutz. Wird nur erfasst, was für die Ablaufanalyse nötig ist? Keine Gesundheits-, Lohn- oder Personaldaten, keine Kundendaten mit Namen. Kennst du die Datenverwendung der Claude-Umgebung, mit der du auswertest, und hast du sie eingestellt? Im Zweifel die Datenschutzverantwortlichen einbeziehen. Das hier ersetzt keine Rechtsberatung.
- Ergebnis sehen. Bekommt jede Person ihre Antworten und den Bericht zu lesen und darf korrigieren, streichen und Einspruch erheben, bevor die Geschäftsleitung ihn sieht?
- Menschen entscheiden. Ist klar, dass die KI nur Kandidaten vorschlägt und das Team gemeinsam entscheidet, was automatisiert wird?
Der Ankündigungstext ans Team
Kopiere den Text, ergänze die eckigen Klammern und passe ihn in deinen Worten an. Zusagen, die du nicht halten kannst, streichst du. Neue Zusagen erfindest du nicht dazu.
Betreff: Ich möchte von euch lernen, wie unsere Abläufe wirklich laufen Hallo zusammen Ich möchte verstehen, wie [Bereich, z.B. "unsere Auftragsabwicklung"] im Alltag wirklich läuft, und wo ihr Zeit verliert. Ihr kennt das besser als ich. Dafür stellt euch eine KI ein paar Fragen, eine nach der anderen, etwa [15 bis 20] Minuten, getippt oder diktiert. Ihr macht das für euch, wann es passt, bis [Datum]. Was ich euch zusichere: 1. Es ist freiwillig. Wer nicht mitmacht, muss nichts erklären, und ich frage nicht nach. 2. Die Fragen betreffen Abläufe, nicht euch. Ich nutze die Antworten nicht, um Leistung, Tempo oder Personen zu beurteilen, auch nicht in Mitarbeitergesprächen. Das ist schriftlich so. 3. Die Antworten lese nur ich [und: Name der zweiten Person]. Sie liegen in [Ort], und ich lösche sie am [Datum]. 4. Bitte schreibt keine Kundennamen, Löhne oder Gesundheitsangaben in die Antworten. 5. Ihr seht eure Antworten und den Bericht, bevor ihn jemand anders bekommt. Ihr dürft korrigieren, streichen oder Einspruch erheben. 6. Die KI schlägt nur vor. Was wir am Ende vereinfachen oder automatisieren, entscheiden wir gemeinsam. Fragen dazu gerne direkt an mich. [Name]
Danach
- Beantworte Rückfragen im Team offen und schnell. Eine unbeantwortete Sorge bleibt im Raum.
- Halte deine Zusagen auch dann, wenn das Ergebnis unbequem ist.
- Die Interview-Vorlage und die Auswertung findest du in der Anleitung «Das KI-Interview für dein Team».
Das Schwierige ist nicht die KI. Es ist das Vertrauen im Team.
Mehr davon, Schritt für Schritt: der Online-Kurs «Stell deine KI ein». Du arbeitest einen KI-Agenten ein wie einen neuen Mitarbeiter, zuerst mit deiner Freigabe. Wer auf der Warteliste steht, hört zuerst davon. Keine Verpflichtung.
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