Gemini 4 Argon testen, ohne Geld zu verbrennen
Stand: 14.10.2026. Preise und Zugänge ändern sich. Prüf die Quellen am Ende, bevor du dich auf eine Zahl verlässt.
Worum es geht
Google hat am 13.10.2026 das Modell Gemini 4 Argon freigegeben. Bis 30.11. ist es zu einem Einführungspreis zu haben, danach kostet es gleich viel wie Claude Opus 5.5. Ein günstiger Preis sagt aber nichts darüber, ob das Modell deine Arbeit besser macht. Das findest du nur heraus, wenn du dieselbe echte Aufgabe in beiden laufen lässt und das Ergebnis vergleichst.
Das Reel dazu ist bewusst zugespitzt. Diese Anleitung ist es nicht: Claude ist kein Auslaufmodell, und Gemini ist kein Wundermittel. Es geht um einen fairen Test mit deinem Material.
Der Testauftrag zum Kopieren
Nimm eine Aufgabe, die du wirklich regelmässig hast, zum Beispiel eine Offerte oder eine Antwort auf eine Kundenmail nach deiner Vorlage. Gib beiden Modellen genau denselben Text und dasselbe Material. Die Teile in eckigen Klammern ersetzt du.
Du bekommst eine Vorlage und die Angaben zu einem Fall. Schreib daraus [Offerte / Antwortmail] für den Kunden. Regeln: - Halte dich an den Aufbau und den Ton der Vorlage. - Nimm nur Zahlen, Namen und Daten aus den Angaben. Fehlt etwas, schreib «Angabe fehlt» und rate nicht. - Länge: [z. B. höchstens eine Seite / höchstens 8 Sätze]. VORLAGE: [Vorlage einfügen] ANGABEN ZUM FALL: [Kunde, Leistung, Mengen, Preise, Termine einfügen]
Starte in jedem Modell ein neues Gespräch, damit nichts aus früheren Anfragen mitläuft, und lass beide nur einmal laufen. Ändere am Ergebnis noch nichts.
Die drei Schritte
1. Dieselbe echte Aufgabe in beiden laufen lassen
Lass den Auftrag in Gemini und in Claude laufen. Bewerte jedes Ergebnis mit diesem Raster, am besten ohne zu wissen, welches von welchem Modell ist (lass dir die beiden Texte von jemandem mischen, oder deck die Modellnamen ab):
| Kriterium | So bewertest du | Gemini | Claude | |---|---|---|---| | Richtigkeit | Stimmen alle Zahlen, Namen, Daten? Zähl die Fehler. | | | | Ton | Klingt es nach dir und nach deiner Vorlage? Note 1 bis 5. | | | | Nacharbeit | Wie viele Minuten brauchst du, bis du es senden würdest? Stoppuhr. | | |
Eine Aufgabe ist ein Hinweis, kein Beweis. Wiederhole den Test mit zwei bis drei weiteren Fällen, bevor du etwas entscheidest.
2. Kosten pro Aufgabe rechnen, vor und nach dem 1.12.
Die Preise gelten pro eine Million Tokens, getrennt für Input (was du hineingibst) und Output (was das Modell schreibt). Die Formel zum Selbstrechnen:
Kosten pro Aufgabe = (Input-Tokens ÷ 1'000'000 × Preis Input) + (Output-Tokens ÷ 1'000'000 × Preis Output)
Rechenbeispiel (eine Annahme, keine Messung): 10'000 Tokens Input und 2'000 Tokens Output.
- Gemini 4 Argon bis 30.11. (2 / 10 USD): 0.02 + 0.02 = 0.04 USD
- Gemini 4 Argon ab 1.12. (4 / 20 USD): 0.04 + 0.04 = 0.08 USD
- Claude Opus 5.5 (4 / 20 USD): ebenfalls 0.08 USD
Setz deine eigenen Zahlen ein. Wie viele Tokens deine Aufgabe braucht, liest du nach einem Testlauf bei der Nutzung über die API in der Nutzungsangabe des Anbieters ab. Multipliziere dann mit der Zahl der Aufgaben pro Monat.
Beachte dabei: Bei Aufgaben dieser Grösse sind die Token-Kosten klein. Meist fällt deine eigene Zeit für die Nacharbeit stärker ins Gewicht als der Preisunterschied. Rechne darum die Minuten aus dem Raster mit deinem eigenen Stundenansatz dazu.
3. Mit einer einfachen Regel entscheiden
- Wechseln nur, wenn das Ergebnis in deinem Test klar besser war (weniger Fehler oder spürbar weniger Nacharbeit) und die Kosten ab dem 1.12. für dich tragbar sind.
- Bleiben, wenn beide ähnlich gut sind. Ab dem 1.12. kosten beide gleich viel, ein Wechsel bringt dir dann beim Preis nichts mehr.
- Laufende Abläufe nicht umbauen, nur weil es gerade günstig ist. Wenn bei dir etwas zuverlässig funktioniert, teste das neue Modell zuerst an einer Nebenaufgabe.
- Notier das Ergebnis mit Datum. Dann kannst du den Test in einem halben Jahr mit dem nächsten Modell wiederholen.
Das Kleingedruckte
- Eine Million Tokens gilt für alles zusammen. Bei Gemini 4 Argon teilen sich Input und Output dieselbe Grenze von einer Million Tokens. Bei Claude Opus 5.5 sind es 1 Million Kontext und bis zu 128'000 Tokens Ausgabe.
- Kein Gratis-Zugang über die API. Die API ist kostenpflichtig und nicht im Gratis-Kontingent. Zugang über die API gibt es in Google AI Studio, in der Gemini-App brauchst du Google AI Pro oder Ultra.
- Der Preis steigt am 1.12.2026. Der Einführungspreis von 2 / 10 USD gilt bis 30.11.2026, danach sind es 4 / 20 USD pro Million Tokens (Input / Output).
- Stand und Quellen (abgerufen am 14.10.2026): Ankündigung von Google, Preisseite der Gemini API, Modellseite Gemini 4 Argon, Modellübersicht von Anthropic.
Wie es weitergeht
Einen solchen Test baust du einmal und kannst ihn bei jedem neuen Modell wiederholen. Wie du Claude so einstellst, dass er bei deinen Aufgaben zuverlässig arbeitet, zeigen wir im Online-Kurs «KI für Unternehmer». Unten auf der Seite kannst du dich auf die Warteliste setzen, ganz ohne Verpflichtung.
Mehr davon, Schritt für Schritt: der Online-Kurs «Stell deine KI ein». Du arbeitest einen KI-Agenten ein wie einen neuen Mitarbeiter, zuerst mit deiner Freigabe. Wer auf der Warteliste steht, hört zuerst davon. Keine Verpflichtung.
Zum Online-Kurs