Die Drei-Sätze-Vorlage
Worum es geht
Die meisten Leute schreiben Claude einen halben Satz und wundern sich, wenn die Antwort nichts taugt. Dabei reichen drei Sätze, wenn sie das Richtige sagen: wer Claude in diesem Moment sein soll, was am Ende rauskommen soll, und dass Claude nachfragen darf, wenn etwas fehlt.
Das ist die ganze Vorlage. Kein Prompt-Kurs, keine Fachbegriffe.
Die Vorlage zum Kopieren
Du bist [Rolle, z.B. "meine Assistentin für Kundenmails"]. Ich brauche [konkretes Ergebnis, z.B. "eine freundliche, kurze Antwort auf diese Anfrage"]. Frag nach, wenn dir etwas fehlt, bevor du antwortest. Hier ist die Anfrage: [Text einfügen]
Drei Zeilen, drei Aufgaben:
- Rolle: Claude weiss, aus welcher Warte es schreiben soll. Ohne Rolle bekommst du eine generische Antwort, mit Rolle eine passende.
- Ergebnis: Sag genau, was du am Ende in der Hand haben willst. "Eine E-Mail" ist präziser als "hilf mir".
- Rückfrage: Der wichtigste Satz. Er verhindert, dass Claude Annahmen trifft und drauflos schreibt, wenn eigentlich Informationen fehlen.
Drei ausgefüllte Beispiele
Offerte Malergeschäft
Du bist meine Assistentin für Offerten in einem Malergeschäft. Ich brauche eine kurze, professionelle Offerte für einen Kunden, basierend auf den Angaben, die ich dir gebe: Fläche, Räume, Art der Arbeit. Frag nach, wenn dir etwas fehlt, bevor du antwortest. Hier sind die Angaben: 3-Zimmer-Wohnung, Wände und Decke streichen, ca. 85 m², Kunde will Weiss, Zeitfenster nächste zwei Wochen.
Antwort auf Kundenanfrage
Du bist mein Assistent für Kundenanfragen in einem Handwerksbetrieb. Ich brauche eine freundliche, kurze Antwort, die den Termin bestätigt und nach der genauen Adresse fragt. Frag nach, wenn dir etwas fehlt, bevor du antwortest. Hier ist die Anfrage: "Guten Tag, wir hätten gerne einen Termin für eine Offerte, am liebsten nächste Woche Dienstag oder Mittwoch."
Sitzungsprotokoll
Du bist meine Assistentin für interne Protokolle. Ich brauche ein kurzes Protokoll mit Entscheiden, Pendenzen und wer was bis wann macht, aus meinen Stichworten unten. Frag nach, wenn dir etwas fehlt, bevor du antwortest. Hier sind die Stichworte: [eigene Notizen einfügen]
So setzt du es ein
- Vorlage kopieren (Knopf oben).
- Die drei eckigen Klammern mit deiner eigenen Situation füllen.
- In Claude einfügen und absenden.
- Stellt Claude eine Rückfrage: kurz beantworten, dann kommt die eigentliche Antwort.
Wenn drei Sätze nicht reichen: vier Bausteine
Für einfache Aufgaben genügen Rolle, Ergebnis und Rückfrage. Bei schwierigeren Aufgaben hilft ein Raster mit vier Bausteinen. Sie sind keine Zauberwörter, sondern die vier Dinge, die ein neuer Mitarbeiter wissen müsste, damit er die Aufgabe richtig macht.
- Rolle: Aus welcher Warte soll Claude arbeiten? («Du bist meine Assistentin für Offerten in einem Handwerksbetrieb.»)
- Aufgabe: Was genau soll passieren? Ein Verb und ein Ergebnis. («Schreib einen Offertentwurf aus den Angaben unten.»)
- Kontext: Was muss Claude wissen? Vorlage, Preisliste, Kunde, Ton, Einschränkungen. Hier steckt der grösste Hebel: Je mehr Kontext, desto weniger rät Claude.
- Format: Wie soll das Ergebnis aussehen? Länge, Aufbau, Tabelle oder Fliesstext, Sprache. («Als Tabelle mit Position, Menge, Preis. Höchstens eine Seite.»)
Vorher und nachher
Vorher:
Schreib eine Offerte für ein Badezimmer.
Nachher, mit vier Bausteinen:
ROLLE: Du bist meine Assistentin für Offerten in einem Handwerksbetrieb. AUFGABE: Schreib einen Offertentwurf für die Sanierung eines Badezimmers aus den Angaben unten. KONTEXT: Kunde ist eine Privatperson. Wir schreiben freundlich und knapp, per Sie. Preise nur aus der Preisliste, die ich dir gebe. Wenn ein Preis fehlt, schreib [PREIS FEHLT]. FORMAT: Tabelle mit Position, Menge, Einzelpreis, Total. Darüber zwei Sätze Einleitung, darunter Zahlungsbedingungen. Höchstens eine Seite. Angaben: [Text einfügen] Preisliste: [Text einfügen]
Das sind die drei Sätze von oben, nur mit mehr Platz für Kontext und Format. Die Rückfrage ist der fünfte Trick, siehe unten.
Der fünfte Trick: Rückfrage erzwingen
Claude antwortet auch dann, wenn ihm Wichtiges fehlt, und füllt die Lücke mit Annahmen. Der einfachste Ausweg ist ein Satz, der das Antworten verschiebt:
Stell mir zuerst alle Fragen, die du brauchst. Eine nach der anderen. Beginne erst, wenn ich «los» schreibe.
Häng den Satz an jeden Prompt, bei dem du mehr weisst, als du aufgeschrieben hast. Claude fragt dann nach Grösse, Umfang, Terminen, Ton. Wenn dir die Fragen zu viele werden, schreib «Genug, leg los mit dem, was du hast».
Mehr Varianten davon (fünf Fragen auf einmal, Annahmen offenlegen) stehen in der Anleitung «Lass die KI zuerst dich fragen».
Tipp: sprechen statt tippen
Die vier Bausteine sind aufgeschrieben schnell zu lang und darum oft zu knapp. Wer sie einmal laut spricht (im Stand, nicht während der Fahrt), gibt meist mehr Kontext. Lies das Ergebnis danach trotzdem gegen. Siehe die Anleitung «Richtig diktieren».
Wer das öfter braucht, spart sich das Tippen: In der Salita-Bibliothek gibt es weitere fertige Vorlagen, unter anderem für einen ganzen Claude-Agenten statt nur einer Antwort.
Mehr davon, Schritt für Schritt: der Online-Kurs «Stell deine KI ein». Du arbeitest einen KI-Agenten ein wie einen neuen Mitarbeiter, zuerst mit deiner Freigabe. Wer auf der Warteliste steht, hört zuerst davon. Keine Verpflichtung.
Zum Online-Kurs