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Was kostet ein KI-Agent?

Worum es geht

«KI spart Zeit» ist eine Behauptung. Ob sie für dich stimmt, rechnest du in zehn Minuten selbst aus. Dazu brauchst du fünf Zahlen und einen Taschenrechner.

Das Rechenblatt zum Selbstausfüllen

Schreib die Zahlen auf Papier oder in eine Tabelle:

A  Abo pro Monat (Claude oder anderes Tool), in CHF:         ______
B  Einrichtung einmalig: Stunden, die du dafür brauchst:     ______ h
C  Freigabezeit pro Arbeitstag, in Minuten:                   ______ min
D  Gesparte Zeit pro Arbeitstag (ohne Freigabe), in Minuten:  ______ min
E  Dein Stundensatz (oder der des Teams), in CHF:             ______

Arbeitstage pro Monat (Richtwert 20 bis 22):                  ______  = T

Jetzt rechnen:

1. Netto-Zeit pro Monat (Stunden) = (D minus C) mal T geteilt durch 60
2. Wert der Netto-Zeit            = Netto-Zeit mal E
3. Einrichtung in CHF             = B mal E
4. Monatlicher Nutzen             = Wert der Netto-Zeit minus A
5. Amortisation in Monaten        = Einrichtung geteilt durch Monatlicher Nutzen

Ist D kleiner oder gleich C, sparst du nichts: Die Freigabe frisst die gewonnene Zeit. Dann lohnt sich der Agent so nicht.

Beispielrechnung (nur ein Beispiel, deine Zahlen sind anders)

Ein Betrieb lässt Kundenanfragen von der KI vorsortieren und Antworten vorbereiten.

  • A: Abo CHF 30 pro Monat (Orientierung: Tarife liegen je nach Anbieter und Umfang grob zwischen CHF 20 und 100 pro Monat, prüf die aktuellen Preise).
  • B: 6 Stunden Einrichtung, einmalig.
  • C: 15 Minuten Freigabe pro Tag.
  • D: 45 Minuten gesparte Zeit pro Tag.
  • E: Stundensatz CHF 90.
  • T: 22 Arbeitstage.

Rechnung:

  1. Netto-Zeit: (45 minus 15) mal 22 geteilt durch 60 = 11 Stunden pro Monat
  2. Wert: 11 mal 90 = CHF 990
  3. Einrichtung: 6 mal 90 = CHF 540 (einmalig)
  4. Monatlicher Nutzen: 990 minus 30 = CHF 960
  5. Amortisation: 540 geteilt durch 960, also nach rund einem halben Monat

Das ist kein Versprechen, sondern eine Rechnung mit angenommenen Zahlen. Ob D wirklich bei 45 Minuten liegt, weisst du erst nach zwei Wochen Ausprobieren. Miss es: Stoppuhr oder Notiz pro Tag.

Ehrlich: Wann es sich nicht lohnt

  • Die Aufgabe kommt selten. Zwei Offerten im Monat rechtfertigen keinen eigenen Agenten. Ein guter Prompt reicht.
  • Jede Aufgabe ist anders. Wenn es keine Wiederholung gibt, gibt es nichts, was die KI lernen kann.
  • Die Freigabe dauert so lange wie selbst machen. Wenn du jeden Entwurf fast neu schreibst, ist der Agent keine Hilfe.
  • Gesparte Zeit ist keine Einnahme. Wenn du die freie Zeit nicht nutzen kannst (keine zusätzlichen Aufträge, kein Feierabend früher), bleibt der Gewinn auf dem Papier. Rechne dann besser mit dem, was du wirklich sparst, nicht mit dem Stundensatz.
  • Die Einrichtung frisst deine Geduld. Wenn du dir die sechs Stunden nicht nimmst, wird aus dem Agenten ein weiteres Abo, das niemand benutzt.
  • Dazu kommen Kosten, die in der Rechnung fehlen: Pflege (Anleitung anpassen, wenn sich etwas ändert), Kontrolle und allenfalls Schulung von Mitarbeitenden. Plane sie mit ein, sie sind kleiner als die Einrichtung, aber nicht null.

Die Faustregel

Ein Agent lohnt sich, wenn die Aufgabe mindestens wöchentlich wiederkehrt, meist gleich abläuft, und die Freigabe deutlich kürzer dauert als das Selbermachen. Fehlt eines davon: zuerst mit einem guten Prompt arbeiten und den Agenten später bauen.

Und: Fang mit einem an. Hast du einen Agenten, der sauber läuft, nimm den nächsten.

Mehr davon, Schritt für Schritt: der Online-Kurs «Stell deine KI ein». Du arbeitest einen KI-Agenten ein wie einen neuen Mitarbeiter, zuerst mit deiner Freigabe. Wer auf der Warteliste steht, hört zuerst davon. Keine Verpflichtung.

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